Bewusstsein ist für mich direkte Wahrnehmung, nicht Begreifen im Sinne von Analyse. Wobei allerdings Analyse eine ganz sinnvolle Voraussetzung für Wahrnehmung sein kann, weil Begriffenes die Wahrnehmung schärft. Wir dürfen uns aber nicht einbilden, das Ganze zu begreifen, dazu ist der menschliche Verstand von Natur aus zu begrenzt.
Ein Säugling und Kleinkind lernt ja zunächst vor Allem durch die Sinne... Begreifen durch den Tastsinn, lässt uns Materialien erleben... auch die kleinkindlichen Experimente damit: draufbeißen, rumschmeißen und so, vermitteln direkte Erfahrung mit Materie. Später dann kommt zweckbestimmter Umgang mit Materie und auch Analyse...
Würden all diese Erfahrungen nicht irgendwann gemacht, wäre uns die Materie wohl recht fremd. Wie eine Sprache, die wir nicht verstehen, eine Kultur, die sich uns aus der Distanz nicht erschließt... Daher kombiniere ich, dass körperliche und geistige Beschäftigung mit dem, was uns interessiert zur Wahrnehmung beiträgt, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Sprache ist in ihrer jeweiligen Eigentümlichkeit Ausdruck von Volksseele. Welche Klänge hat eine Sprache, welchen Satzbau, welche Redewendungen? Mit welchen Wörtern wird ein Sachverhalt zum Ausdruck gebracht? Welche Wörter gibt es in der einen Sprache und in einer andren nicht?
Indem Sprachen nicht nur Worte vermitteln, sondern noch viel mehr transportieren, lässt sich Mentalität und Denkweise auch über die Sprache erforschen.
Sich andren Sprachen zu öffnen bedeutet, sich andren Denk- und Empfindungsmöglichkeiten zu öffnen.
Sprachen, durch ihre Unterschiedlichkeit verhindern oder behindern Verständigung, wenn man sich einander nicht verständlich machen kann, weil man nicht die gleiche Sprache spricht...
Die Wölfin zeigte sich im Atlantis beunruhigt darüber, dass manche Leute über Sachen bescheid wissen von denen sie noch nie gehört hat und sie es gern mal mit Selbstzweifeln deswegen zu tun bekommt...
Was ist Wissen? Wie wichtig ist Wissen? Muss ich alles verstehen?
Das beantworte ich mal aus meiner Perspektive:
Das, was mich von Herzen interessiert, dem folge ich. Manche Sachen interessieren mich gar nicht. Dafür bin ich dann eher taub. Muss ja nicht überall mitreden...
Mein Wert hängt nicht ab von der Menge des deponierten Wissens. Wissen kann sogar schädlich sein, da es unmittelbaren Zugang versperren kann.
Ich muss nicht sämtliche Literatur und Wissenschaft verinnerlichen aber das, worauf ich brenne zu wissen, darum kümmere ich mich direkt.
BAUM-eline hat das Thema in einem Synchronizitäten-Thread eingebracht. Und ich fand ihre Gedanken dazu so interessant, dass ich dem einen eigenen Thread geben möchte.
Habe mir erlaubt dem Christian, der hier als Amon Urmeli registriert ist (und den wir Admins gut genug kennen, um zu wissen, dass er hier Christian genannt werden darf) also dem hab ich diese Demenz-Geschichte erzählt und er hat eine ganz interessante Mail zurückgeschrieben, von der er sagte, ich dürfe sie gerne posten. Es sei dazu gesagt, dass er sich beruflich mit dem Thema Altenpflege und speziell mit Demenz intensiv befasst hat... Christian schreibt zur Zeit nicht in den Foren, weil er genug im Leben zu tun hat...
Ob hier nun ein Gespräch zustande kommt, weiß ich nicht. Aber hiermit ist wenigstens ein Raum für diese Thematik eröffnet.
Erlaube mir also, BAUM-eline, den entsprechenden Textteil hierher zu kopieren, er bleibt als vollständiger Text drüben trotzdem erhalten...
Zitat von greenok, wenn ich Gegenwart als Konstante bezeichne, hat die den Wert Null? oder einen anderen Wert? Ist die Gegenwart nicht einfach nur ein Berührungspunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft? Der beständig seine Position auf einer Zeitachse wechselt?
Es gibt immer nur den einen Atemzug, ... Wir können aus den gesammelten Bildern der Gegenwart Filme basteln. Aber nur was unmittelbar jetzt geschieht, ist.
Insofern hat die Gegenwart nicht den Wert Null, sondern den etwas trägeren Wert jetzt... Hätte sie den Wert Null, dann wären wir nicht in der Lage wahrzunehmen...
Zitat von Das Grosse Tierso jetzt aber noch was zum Thema es gibt wirklich nur eine konstante und das ist die gegenwart,und die gegenwart ist genauso konstant wie die Ewigkeit.dadurch wird die Gegenwart zur Ewigkeit,die Ewigkeit zur Gegenwart und sie sind identisch. also die ewige konstante Gegenwart
Tolles Thema, Roksenia, mag ich mir gerne mal näher ansehen...
Was tun Wissenschaftler?
Was tun Künstler?
Was tun Genies?
Wissenschaftler sind in erster Linie an der Erforschung von Phänomenen interessiert. Naturwissenschaftler untersuchen chemische, physikalische, biologische Zusammenhänge die in der Natur zu beobachten sind... Außerdem gibt es jede Menge andrer Wissenschaften von Philosophie, Geschichte und Politik bis zu Sprachwissenschaften ... ect. Selbst Musikwissenschaft ist ein Studienzweig, der eindeutig den Wissenschaften zugeordnet ist.
Es geht um die sachliche Untersuchung von Erscheinungen, bei der eine objektive Nüchternheit und Neutralität der Thematik gegenüber erforderlich ist. Was aber Begeisterung für die wissenschaftliche Arbeit trotzdem beinhaltet. Wie sonst sollte ein Wissenschaftler das Feuer aufbringen, sich so tief in die Forschung zu begeben?
Künstler sind Übersetzer seelisch-geistiger Inhalte. Es geht um intuitives Erfassen und verwandeln. Es wird Kontakt von Seele zu Seele hergestellt. Es werden Gefühlswelten geöffnet, und/oder geistiges Schauen, wobei aber das analytische Denken, welches in den Wissenschaften viel Raum hat, draußen bleibt... (Das Denken spielt allerdings eine Rolle bei der Erarbeitung, also vor dem künstlerischen Event).
Das Genie ist schöpferisch und beiden Seiten geöffnet. Grundlage für Erschaffung ist Wissen um Zusammenhänge. Darüber hinaus hat der schöpferische Geist Zugang zur Quelle aller Schöpfung. Und kann mit Hilfe der eroberten Strukturen (als Grundlage) zu Entdeckungen oder Neuschöpfungen kommen.
Mozart hat bereits als Vierjähriger ernstzunehmende Kompositionen hergestellt... da war er noch kein Mitglied der Freimaurer und keine erwachsene Persönlichkeit... aber er hat bereits Struktur kapiert, in die Geist sich ergießen kann. Die Violinschule, die sein Vater geschrieben hat, gibt Aufschluss darüber, wie wichtig diesem Mann eine solide Ausbildung war. Leopold Mozart verabscheute Dilletantismus. Und ich schließe daraus, dass W.A. Mozarts Ausbildung, die er bei seinem Vater begann, auf Fundamenten der Klarheit von Struktur gründete- nebst hochwertigen Musikeindrücken von Geburt an...
Bach hat in seiner Jugend Stapel von Noten andrer Komponisten abgeschrieben und dabei Struktur studiert...
Diese berühmtesten Musikgenies haben also keineswegs nur aus dem Himmel empfangen, sondern die Gesetzmäßigkeiten des Materials genau erarbeitet und gekannt, mit dem sie umgingen.
Picasso, als besonders berühmter Maler, hat jahrelang sehr photographisch präzise gezeichnet und gemalt, bevor er immer eigenwilliger im Stil wurde und sein Genie voll entfaltete...
Es gibt freilich auch Genies der Naturwissenschaft, die keine Künstler sind... aber einen offenen Geist besitzen.
Einstein gehört zu denjenigen, die beides gepflegt haben, die künstlerische Seite und die naturwissenschaftliche. Musikalisch war er Interpret, wissenschaftlich (und menschlich)Genie...
Zitat von RokseniaWie komme ich als Mensch an diese „Veranlagungen“ ran? Vorausgesetzt ich gehe davon aus, dass es diese gibt? Ist jeder Mensch im Stande, sowohl sich künstlerisch, als auch wissenschaftlich betätigen zu können?
Der Sohn eines Violinfabrikanten, Sinichi Suzuki, hatte die Idee der sogenannten "Muttersprachenmethode" für die Entwicklung von Musikalität. Er sagte: Jeder Mensch lernt sprechen, weil er mit dem Klang der Sprache aufwächst. Also müsste auch jeder Musik erlernen, wenn von Anfang des Lebens musikalische Eindrücke geboten werden, die sich immer wiederholen. Er bespielte Kassetten mit einer Folge von Kinderliedern, technisch gut im Aufbau durchdacht. Diese Kassette wird den Kleinkindern täglich vorgespielt. Außerdem erhalten sie ab dem Alter von 3-4 Jahren einmal pro Woche Einzelunterricht und ein Mal pro Woche Gruppenunterricht auf der Geige. (Gibt es längst auch für alle möglichen Instrumente, aber so fing es an...)Die Mutter soll beim Üben immer dabei sein und positiv begleiten...
Aber wieviele dieser Kinder zur künstlerischen Reife kamen und was dafür erforderlich ist, müsste extra hinterfragt werden. Die Geigenfabrik hat auf jeden Fall tolle Geschäfte gemacht . Trotz der hier militärisch wirkenden Massenzucht schätze ich Suzuki sehr, denn er hat für das Unterrichten hervorragende Maßstäbe gesetzt: "Erziehung ist Liebe" heißt sein Leitfaden für Lehrer aus dem ich viel gelernt habe...
Da wird allerdings auch das Thema Manipulation stark berührt. Was ist überhaupt Erziehung, wie werden unsre Gehirne geprägt und was machen wir dann draus...
Du hast da so viele Fragen und Lösungswege aufgeworfen, Roksi... Mir fällt viel dazu ein finde es aber nicht leicht zu sortieren...
Die Erziehung und Strukturlegung durch gezielte Beeinflussung und Nutzung des Nachahmungstriebes... so wie das in diesem "Talenterziehungsinstitut" erforscht und angewandt wurde...
Dadurch wird ein Mensch zunächst mal fähig grundlegend "Fähigkeiten" zu entwicklen. Mit vorgegebenem Material auf vorgegebene Weise umgehen. Interpret sein. Gilt auch für Wissenschaftler, die Arbeitsmethoden erlernen und sie benutzen. Was ich noch nicht sagte... die Suzuki-Methode betreffend: Die Kinder üben Reaktionsfähigkeit, empathisches Verhalten, lernen Haikus zu dichten (Kreativität nach Regeln) und werden positiv verstärkt, anstatt getadelt (Selbstvertrauen)
Wie individuell ist das Verhalten nach Manipulation? Bekommen "gut" erzogene Menschen überhaupt die Chance auf sich selbst wirklich zu hören? Kommt es überhaupt zu echter Individualität? Wie schwer hat es ein "gut gepflegter" Mensch, sich freizuschütteln von den Normen, wenn das Leiden daran so unauffällig harmlos gekleidet ist? Wenn gar Erfolg und Liebe, die sich angenehm anfühlen, an die Fremdbestimmung geknüpft sind?
Ist nicht das schöpferische Verhalten das wahrhaft individuelle?
Da werde ich mal zur Abwechslung ganz persönlich. Denn ich kann plötzlich etwas benennen, was ich bisher nur spürte.
Das Leben mit meinem Mann ist ein Leben in zwei Welten. Aber unterhalb der materiellen Wirklichkeit oder überhalb der Erscheinungen ist vollkommene Einigkeit.
Endgültige Antwort auf deine Fragen gibt es vielleicht nicht. Hast du mal vom "kollektiven Unbewussten" gehört, Roksi? Wissen zu dem wir alle Zugang haben, wenn wir nur tief in uns hinabsinken... Bringt uns auch wieder in den Bereich Symbolik...
Mir fällt viel zu deinem Thema ein, brauche aber noch eine Weile, es zu form-ulieren ( <-danke für diese Ent-deckung )